Vor Jahrzehnten, genau 1963, haben wir als Klasse M13 unsere Lehre zum BMSR-Mechaniker in der Farbenfabrik Wolfen beendet. Als wir uns 2015 wiedertrafen, waren mehr als 50 Jahre vergangen. Die Lehre damals, das war einhellige Ansicht, war sehr fundiert und wir konnten alle in der weiteren beruflichen Laufbahn darauf aufbauen und erworbene Kenntnisse anwenden. Unsere Betriebsberufsschule und das Lehrlingswohnheim haben wir uns damals angesehen, und dieses Jahr war es uns möglich, die Lehrwerkstatt zu besichtigen.


b_250_167_16777215_00_images_aktuelles_2018_Besuch-Azubis-1963_20180419-93260.jpgWir konnten erfahren, wie es mit dem Bildungszentrum begann, welche Klippen im marktwirtschaftlichen Umfeld zu umschiffen waren und mit welchem persönlichen Einsatz die Beteiligten es geschafft haben, diese Einrichtung auf eine solide Basis zu stellen. Wir waren alle von den Umwälzungen betroffen und aus eigener Erfahrung wissen wir, wie schwierig es war.

Das Berufsbild des BMSR-Mechanikers gibt es nicht mehr, die Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik dürfte dem am nächsten kommen. So schauten wir genau hin, was in den Lehrkabinetten an Lernmöglichkeiten dafür angeboten wird: Vielfältig und zugleich umfassend und den aktuellen Erfordernissen gerecht werdend.

Wir waren sehr beeindruckt und beim Vergleich „damals – heute“ wurde uns die Entwicklung deutlich. Die grundlegenden Fertigkeiten und Kenntnisse von damals sind die gleichen wie heute und sie werden auch in Zukunft gebraucht werden, aber es ist ein großes Paket an Digitalisierung und Computerisierung dazu gekommen. Die Lernabschnitte sind gut aufbereitet, Kopf, Hand und den Willen zum Lernen müssen die  Auszubildenden mitbringen.

b_250_167_16777215_00_images_aktuelles_2018_Besuch-Azubis-1963_20180419-93280.jpgDie guten materiellen Voraussetzungen sind die eine Seite der Medaille, die andere hat uns am meisten beeindruckt: Es ist das immer zu spürende Engagement der Mitarbeiter bei der Wissensvermittlung. Mit pädagogischem Geschick wollen sie jedem Azubi so viel wie möglich beibringen. Nur mit diesem Einsatz ist die Bildungseinrichtung das geworden, was sie heute ist. Alle Achtung!

Die demographische Entwicklung ist zu spüren, der Fachkräftemangel nimmt zu, da ist es gut zu wissen, dass es Einrichtungen wie das Bildungszentrum Wolfen-Bitterfeld e.V. gibt, die sich damit in ihrem Wirkungsbereich nicht abfinden wollen.


Erik Ehrichsen im Namen der Klasse M13 (1963)