Offene Türen im Bildungszentrum Bitterfeld/Wolfen: Workshop und Informationen
 
Wolfen/MZ. Nicht nur die Türen des Lehrlabors, sondern auch die der Lehrwerkstatt und natürlich des Schulgebäudes selbst waren den ganzen gestrigen Tag über weit geöffnet. Jeder, der sich für eine Ausbildung interessierte, war im Bildungszentrum Bitterfeld/Wolfen genau richtig.
 
Seit mehr als zehn Jahren biete das Bildungszentrum auf diesem Weg den mit ihm kooperierenden Firmen und allen an der Aus- und Weiterbildung interessierten Unternehmen, Jugendlichen und Schulen die Möglichkeit, sich zu informieren, so die Geschäftsführung.
 
Den Auftakt bildete ein Workshop für Firmengründer bzw. Jungunternehmer. Eer stand unter dem Thema "Fachkräftesicherung in der regionalen Wirtschaft vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung". Diese gut besuchte dreistündige Veranstaltung befasste sich nicht nur mit der Entwicklung des mitteldeutschen Chemiedreiecks bis 2020, der neuen Anforderung an das Ausbildungspersonal, sondern auch damit, dass qualifizierte Mitarbeiter eine Investition in die Zukunft sind.
 
Etwas anschaulicher ging es an diesem Tag im Lehrlabor zu. Christin Rehde, die ihre dreieinhalb-jährige Ausbildung als Chemikantin erst im Herbst begonnen hat, machte es sichtlich Freude, mit den Besuchern zu reden, ihnen zu erklären, was eine Chemikantin wissen muss, was von ihr verlangt wird. Auf die Frage eines jungen Besuchers, weshalb sie diesen Beruf ergriffen hat, sagte die 17-jährige, deren Ausbildungsbetrieb die Bayer Bitterfeld GmbH ist: "Er ist abwechslungsreich und man bekommt tiefe Einblicke in alle Bereiche." Sie könne sich vor dem Hintergrund, dass rund 50 Prozent der Chemieprodukte, die es heute gibt, erst in den letzten zehn Jahren entwickelt wurden, jedenfalls keinen anderen Beruf vorstellen.
 
Der 15-jährige Christian, der mit seinen Eltern extra aus Bernburg gekommen war, konnte zwar nicht mit ihrer Bestimmung von Nickel-Ionen anfangen, aber es fesselte ihn schon sehr, nur zuzuschauen, wie es da in den Reagenzgläsern und Erlenmeyerkolben kochte und brodelte. Das Mädchen, das zum ersten Mal einen solchen Tag der offenen Tür miterlebte, musste schmunzeln. Trotzdem stellte der 15-Jährige fest, dass ein solcher Beruf nichts für ihn sei. Er möchte etwas Praktisches tun, entschied er. Und deshalb machte sich die Familie auch noch auf den Weg zur Lehrwerkstatt, wo diese Berufe vorgestellt wurden.